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Schlagwort-Archive: Englischunterricht

Wir müssen unseren Schülern mehr zutrauen!

Diese Erkenntnis hatte ich vorgestern, nachdem ich meine Englischstunde spontan umgeschmissen hatte. Eigentlich wollte ich ein Rollenspiel mit den Fünfern machen, aber zeitlich war es mir so kurz vor Weihnachten doch zu knapp, weswegen ich eine Freiarbeitsstunde mit diversen Übungen zu Grammatik und Wortschatz einschob. Zunächst hatte ich starke Bedenken, da meine Fünfer sehr quirlig und zeitweise extrem unruhig und anstrengend sind. Sollte ich sie da wirklich frei laufen lassen? Andererseits wird in der Grundschule sehr frei gearbeitet – eigentlich müssten sie das können. Und so ließ ich mich auf das Experiment ein.
Und wurde überrascht. Noch NIE in diesem Schuljahr haben meine Fünfer so ruhig und konzentriert über 40 Minuten hinweg gearbeitet. Alle machten ihre Aufgaben, kontrollierten sich vorne am Lehrertisch selbst, stellten mir Fragen und korrigierten ihre Fehler. Ich war (mal wieder) so stolz auf meine Kleinen! (Durch die Selbstkorrektur vorne war automatisch Bewegung in die Stunde integriert und so waren die Kinder weniger hibbelig. Merken! 😉 )
Gestern wertete ich die Stunde mit den Schülern aus und erhielt sehr viel positive Resonanz zu dieser Stunde. Den Kindern machte es Spaß, jeder konnte seinem Tempo entsprechend arbeiten (und das macht wirklich sehr viel aus!) und sich selbst kontrollieren. Manche fanden die Aufgaben sogar zu einfach. Das nächste Mal muss ich also noch mehr differenzieren. Und dieses nächste Mal gibt es auf jeden Fall in naher Zukunft. 🙂

Die Belohnung erhielten sie dann auch gleich gestern. Wir machten eine weihnachtliche Doppelstunde, wobei nach ein paar Vokabeln Weihnachtsgedichte auf Englisch geschrieben und dann eine Karte für die Eltern mit diesen Gedichten gestaltet wurde. Das funktionierte auch wunderbar und alle Kinder gingen mit einer tollen Karte aus der Stunde heraus. Sogar mein sonst so langsamer und schwer zu motivierender Schüler schaffe es – er war sogar als erster fertig und die Karte sah klasse aus! Na gut, ein Schüler gestaltete keine Karte. Er schrieb nicht mal ein Gedicht. Er las lieber im Englischbuch. Er ließ sich aber auch nicht dazu bewegen, das zu machen, was er machen soll. Schade!

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2014 in Allgemein

 

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Ich will nicht singen!

Es ist eine alte Tradition. Es ist eine sinnvolle Tradition. Es ist eine schöne Tradition. Als ich jedoch hörte, dass ich dieses Jahr aktiv daran teilnehmen soll, wurde mir für einen Moment ganz anders.

Jedes Jahr singen unsere Fünftklässler für die neugierigen zukünftigen Schüler unseres Gymnasiums am Tag der offenen Tür ein englisches Lied. „Let’s get started, we’re on our way. We’re learning English, let’s go, hooray!“
Das bedeutet im Klartext: Ich muss es mit den Schülern einstudieren. Dabei kann ich doch gar nicht singen. Zumindest nicht vor anderen. Im Auto funktioniert das hingegen super, auch in Gesellschaft meines Verlobten. Aber vor der ganzen Klasse? Schon beim Gedanken daran bekomm ich Schweißausbrüche.

Was denkt ihr, wie froh ich dann war, als ich gestern nicht so weit mit den Fünfern gekommen war wie geplant. Ich dachte, ich könnte das noch weiter aufschieben – wenigstens auf Mittwoch. Aber Pustekuchen. Heute haben sie sich besonders beeilt. Ich war auch selbst schuld daran. Warum stelle ich auch den CD-Player (just in case) mitten auf den Lehrertisch, sodass sich alle Kinder denken können, dass wir heute noch etwas Besonderes machen? Schließlich kennen sie das Ding nur aus der Grundschule, wo immer schöne Musik zum Englischlernen herauskam. Dass man den CD-Player auch zum Abspielen von anderen Titeln benutzen könnte, kam ihnen nicht in den Sinn.
Und so beeilten sie sich heute sehr mit dem Beenden der Aufgabe, damit wir endlich singen konnten. Und ich sah mein Unheil kommen.

Immer weiter zögerte ich das Singen heraus. Erst einmal den Text austeilen. Dann lesen und verstehen lassen. Und schließlich abspielen, damit sie mal hören können. Danach würde es wohl zum Singen kommen müssen…
Doch ich musste mich gar nicht blamieren. Zu meiner Verwunderung sangen fast alle Kinder schon beim 2. oder 3. Refrain selbstständig (und vor allem richtig) mit. Kaum war das Lied zu Ende, bekam ich die Bitte, es doch noch einmal und noch einmal und noch einmal zu spielen. Und als dann alle Kinder begeistert mitsangen, tat ich das im Chor auch. (Im Chor mache ich das auch sehr gern, da ich nicht im Mittelpunkt stehe.)

So wurde aus dem Horror, den ich mir vorher ausgemalt hatte, eine wunderschöne Englischstunde, in der alle Kinder voller Enthusiasmus dabei waren. Sogar nach dem Pausenklingeln musste ich das Lied noch einmal anmachen – für die Pausenunterhaltung. 🙂

 
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Verfasst von - 16. September 2014 in Allgemein

 

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