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Spiel zur Rhetorik und Argumentation

Heute habe ich schon das 3. oder 4. Mal in meiner kurzen Lehrerkarriere ein Spiel zum Einstieg in das Argumentieren und Erörtern gespielt. Da es nicht nur mir, sondern auch den Schülern immer wieder so viel Spaß bereitet, möchte ich es gerne teilen. Vielleicht kennen einige von euch das schon oder spielen es in abgewandelter Form.

Zunächst fordert man die Schüler ohne jegliche Hintergrundinformationen zum Thema auf, einen beliebigen Gegenstand auf einen kleinen Zettel zu schreiben. Das kann einfacher Gegenstand wie ein Tisch oder ein Kühlschrank sein, man kann aber auch komplizierte Begriffe nehmen, wie z.B. Teilchenbeschleuniger o.Ä.
Anschließend werden alle Zettel eingesammelt, gut gemischt und wieder ausgeteilt. Jeder Schüler sollte einen neuen Zettel und nicht den eigenen erhalten.
Nun bekommen die Schüler 8-10 Minuten Zeit, um eine 1-minütige Rede vorzubereiten, in der sie die Klasse davon überzeugen sollen, dass dieser Gegenstand der Wichtigste auf der Welt ist bzw. warum er der letzte sein sollte, wenn es nur noch einen Gegenstand auf der Welt geben könnte. Dabei müssen die Schüler argumentieren, ihre Rede logisch strukturieren und natürlich auch entsprechend interessant rhetorisch agieren. Der Lerneffekt ist hoch, der Spaßfaktor ebenso. (Heute wurde zum Beispiel erklärt, warum Geschirrspüler, Krankenkassenkarten oder Baumkuchen so überlebenswichtig sind. Herrlich!!!)

Ich habe das Spiel schon in allen Klassenstufen von 7-10 gespielt, wobei 9 und 10 kreativer in der Ausgestaltung und weitaus wortgewandter waren. Den Kleineren hatte es aber auch Spaß gemacht und sie haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln können.

Abgekupfert hatte ich die Idee von meiner eigenen Deutschlehrerin aus der Oberstufe. Wir sollten damals ein beliebiges Substantiv auf einen Zettel schreiben und hatten dann ungefähr 20-25 Minuten Zeit, um eine 5-minütige Rede vorzubereiten. Da in einer Stunde nicht alle drankommen konnten, bekamen wir die Zettel nicht alle auf einmal, sondern immer in zeitlichen Abständen. Das fand ich gut.
In der Rede sollten wir logisch und zusammenhängend über dieses Substantiv reden – egal, ob wir eine politisch-kritische Rede, eine Werbesendung o.Ä. gestalteten. In diesem Spiel ging es lediglich um die Rhetorik. Mir hat es als Schüler sehr viel Spaß gemacht. (ich möchte wieder Oberstufe unterrichten! 😉 )

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4 Kommentare

Verfasst von - 7. Oktober 2014 in Allgemein

 

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