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Jahresrückblick 2014

Zufrieden und noch etwas durchgefroren von dem Neujahrsspaziergang blicke ich zurück auf das alte Jahr. Ich blicke zurück auf mein erstes richtiges Berufsjahr als Lehrer. 25 Stunden Unterricht pro Woche in den Klassen 5-12. Einleben in das Gymnasialleben auf der einen Seite, fast schon erwachsene Schüler in Vorbereitung auf das Abitur auf der anderen Seite. Klassenlehrerdasein in einer pubertären siebten Klasse, Gespräche mit anspruchsvollen Eltern, der Versuch allen zu genügen und es allen recht zu machen. Das alles durfte ich in meinen ersten paar Lehrermonaten an der Privatschule erleben. Es war eine wahnsinnig intensive und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Und ich habe mich dort sehr wohlgefühlt.

Im April musste ich dann die Entscheidung fällen: Bleibe ich an der Privatschule, die mir so viele gute Stunden, so einen guten Einstieg in den Beruf ermöglicht hat, die aber auch schon einige Schattenseiten aufwarf, oder gehe ich zurück an die Referendariatsschule, wo die Schüler nicht so sprachbegabt, das Kollegium nicht so jung, frisch und voller neuer Unterrichtsideen ist, ich aber verbeamtet werde und einen sicheren Arbeitsplatz mit sicherem Gehalt für den Rest meiner Laufbahn habe? Bin ich dafür nicht zu jung? Wäre ich aber nicht andererseits dumm, diese Chance sausen zu lassen, wo ich doch immer wieder von den vielen arbeitslosen Lehrern höre, die auf solch eine Chance warten?
Lange haderte ich mit mir. Wochenlang diskutierte ich die Möglichkeiten, Chancen, Vor- und Nachteile mit meiner Familie und Freunden. Und je länger wir diskutierten, desto klarer wurde mir, dass es nur eine richtige Entscheidung gibt: den Weg ins Beamtentum. So leid mir meine Kurse und Klassen auch taten, musste ich diese wohl einmalige Chance doch ergreifen.

Ich bereue es nicht eine Sekunde. Je länger ich an der Privatschule blieb, desto mehr Nachteile und Unmöglichkeiten wurden sichtbar. Nach und nach bekam ich Unarten der Schulleitung mit, die ich nicht länger dulden wollte. Und meine Kollegen auch nicht. Umso glücklicher war ich, dass mit meiner Verbeamtung alles glatt lief.
Ich wurde mit offenen Armen an meiner alten Schule empfangen und bin so froh, dass ich zurück bin. Die Schüler sind zwar noch immer nicht sprachbegabt, aber genau darin sehe ich nun meine Herausforderung. Ich möchte die jungen Menschen von der Sprache begeistern und sie zumindest ein Stück weit näher an die Literatur heranführen. Ich möchte, dass sie das Theater und das Lesen als Freizeitalternative kennenlernen. Ich möchte aber auch, dass sie sich in der Welt verständigen können, ohne sich allzu unsicher in der englischen Sprache zu fühlen. Und wenn ich auch nur wenige jeder Klasse erreichen kann, da die Interessen einfach woanders liegen, dann habe ich immerhin das geschafft. Dafür werde ich Jahr für Jahr kämpfen.

2014 habe ich meine beruflichen Ziele erreicht – ich habe eine feste Stelle.
2015 widme ich mich nun mehr meinen ganz persönlichen, privaten Zielen. Schon in einem Monat ziehen wir in ein kleines Reihenhaus, im Mai wird geheiratet. Und wir hoffen, dass wir unser kleines Familienglück auch in nicht allzu ferner Zukunft vervollständigen können.
Ich möchte wieder mehr Klavier spielen (jedes Jahr nehme ich mir das aufs Neue vor, aber irgendwie hat es bisher nicht so recht klappen wollen), weiterhin so viel wie möglich lesen (das hat dieses Jahr hervorragend mit ca. 75 Büchern geklappt) und einen guten Ausgleich zum Beruf finden (da bin ich dran mit autogenem Training, Yoga Nidra und Fitnesstraining).
Und einen beruflichen Traum möchte ich mir auch noch erfüllen, aber das kann ich vielleicht/ wahrscheinlich noch nicht dieses Jahr realisieren: eine Theatergruppe an der Schule etablieren.

Viele Wünsche, viele Träume, viele Hoffnungen – ich freue mich auf 2015 und wünsche euch allen ebenfalls ein glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr!

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4 Kommentare

Verfasst von - 1. Januar 2015 in Allgemein

 

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