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Beim Amtsarzt

Am Montag war ich das zweite (und hoffentlich letzte) Mal in meinem Leben beim Amtsarzt. Da es diesmal um die Verbeamtung auf Probe und später Lebenszeit ging, waren die Tests viel umfangreicher als beim 1. Mal. Nichtsdestotrotz möchte ich euch gleich am Anfang die Angst nehmen: Es ist überhaupt nicht schlimm und alles schaffbar!

Folgendes wurde gemacht:

  • Urinprobe genommen
  • Gewicht und Größe überprüft
  • Puls und Blutdruck gemessen
  • Blut abgenommen (die Ergebnisse gab es natürlich nicht an demselben Tag)
  • 1. Gespräch mit der Ärztin (Krankenvorgeschichte (schon mal im Krankenhaus gewesen? etwas gebrochen gehabt?, chronische Krankheiten? Medikamenteneinnahme?, usw.), Krankheiten in der Familie, Krankheiten und Krankschreibungen während des Refs, Schwangerschaften und Entbindungen, Alkohol- und Nikotinkonsum, usw.)
  • intensive Untersuchung des Körpers (Lunge abgehört, Reflexe getestet, Mund- und Nasenhöhle angeschaut, Bauchraum abgetastet, Gehtests gemacht (auf Zehenspitzen oder auf dem Hacken laufen), Gleichgewichtstests (auf einem Bein stehen, dabei Arme ausstrecken, auch mit geschlossenen Augen), Körperstatur angesehen (ist die Hüfte gerade? sind Schultern gerade?))
  • Hörtest (Pieptöne (immer im Rhythmus pieppieppiep – pieppieppiep) in unterschiedlicher Tonhöhe und immer lauter werdend wurden abgespielt und ich musste einen Knopf drücken, sobald ich den Ton hören konnte, jeweils getrennt auf beiden Ohren durchgeführt)
  • Sehtest (der typische Führerscheintest mit den Kreisen und den Öffnungen – ich hasse ihn, weil ich irgendwann nur noch Kreise sehe)
  • Ruhe-EKG (ich musste mich auf eine Liege legen, wurde überall verkabelt und dann wurde ein EKG erstellt – ging sehr fix)
  • Lungenfunktionstest (ich musste ein Rohr in den Mund nehmen und durch den Mund atmen, ab und zu wurde nach dem Ausatmen das Rohr blockiert und ich musste mit der Restluft in der Lunge die Blockierung „wegpusten“, am Ende musste ich noch so tief wie möglich einatmen und so lange und kräftig wie möglich wieder ausatmen)
  • Abschlussgespräch bei der Ärztin (Auswertung der Testergebnisse und Feststellung, ob bestanden wurde oder nicht – natürlich unter Vorbehalt der Blutprobe)

Das ganze Prozedere hat insgesamt 2 Stunden gedauert. Alles in allem waren die Tests wirklich nicht schlimm, auch wenn ich das eine oder andere Mal gezittert habe, ob meine Fähigkeiten ausreichen (vor allem beim Seh- und Lungenfunktionstest). Es war aber alles in Ordnung. Mich erreichte zum Glück auch kein Anruf am nächsten Tag, dass die Blutprobe nicht in Ordnung wäre. Ich werde also wirklich verbeamtet! 🙂

Eine Sache könnte euch auch noch interessieren: Ich musste ein phoniatrisches Gutachten mitbringen, das ich bereits im Juli bei einer HNO-Ärztin erstellen ließ. Bei diesen Tests habe ich wohl am meisten gezittert! Nach den vielen Fragen, ob ich schon einmal Probleme mit der Stimme hatte, jemals heiser war, rauche, u.ä. musste ich der Ärztin einen Text vorlesen. Sie wollte wahrscheinlich hören, ob ich Probleme bei der Aussprache von bestimmten Lauten habe. Außerdem untersuchte sie meinen Kehlkopf und schaute sich die Stimmbänder an.
Bis dahin fand ich die Tests gar nicht schlimm. Das Schlimmste kam erst bei ihrer Gehilfin: In einer schalldichten Kabine bekam ich ein Mikrofon und musste Töne unterschiedlicher Höhe in unterschiedlicher Lautstärke nachmachen. Mir wurden also Töne mit dem Computer vorgespielt und ich musste diese jeweils nach“singen“, erst leise, dann laut. Anschließend musste ich den Satz „Hey Anton, komm mal her!“ laut rufen – einmal auf dem Bahnhof und einmal auf dem Sportplatz. Hier schaute die gute Dame so kritisch, dass ich dachte, dass ich garantiert nicht bestehe… Am Ende musste ich ganz tief einatmen und verschiedene Laute (a, o, i) so lange wie möglich halten. Hier war sie positiv angetan, wie lange ich einen Ton halten kann.
Tja, am Ende ging alles gut und ich bekam mein positives Gutachten. Und immerhin kann ich die Lautstärke meiner Stimme um 100db verändern. Ich weiß ja selbst, dass ich nicht die Lauteste bin – wofür hat man männliche Sportkollegen oder eine Trillerpfeife? 😉 Im Alltag musste ich zumindest noch nie so laut wie im Test gefordert werden.

Ich hoffe, der Beitrag nimmt euch etwas die Angst vor den Tests. Auch ich habe ein paar körperliche Makel (schiefe Schultern, schlechte Augen (fast -5 Dioptrien beidseitig), leise Stimme, zahlreiche schlimme Krankheiten in der Familie) und habe trotzdem bestanden. Die Amtsärzte sind keine Monster und wissen, dass niemand makellos und perfekt ist. Klar müssen Richtlinien eingehalten werden, aber ich habe bisher auch noch nicht gehört, dass jemand nicht bestanden hätte (außer wegen Übergewichts). Eine Kollegin musste noch einmal zum Psychologen, weil ihr BMI so gering war, aber auch das ließ sich schnell klären. Macht euch also nicht zu viele Sorgen!

 
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Verfasst von - 21. August 2014 in Allgemein

 

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